Saterfriesisches Wörterbuch
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man (c)

man, einer: man skuul et nit foar Mugelk hoolde, dät hie so riek is : man würde es nicht für möglich halten, dass er so reich ist. → me

man (a)

1. aber: 1.1 dät Weder waas sljucht, man wie sunt deer daach waifierd : das Wetter war schlecht, aber wir sind trotzdem dahin gefahren. 1.2 dät Brood is goud, man iek hied ljauer ‘‘n Ponkouke : das Brot ist gut, aber ich hätte lieber einen Pfannkuchen.

man (b)

1. nur: 1.1 man ieuwen! : einen Augenblick! 1.2 hie waas man ieuwen deer : er war kaum, nur kurz da. 1.3 man tou! nur zu! tu es nur! mache weiter! 1.4 hie weet nit alles; hie is man ‘‘n Smid : er weiß nicht alles; er ist nur ein Schmied. 2. zur Verstärkung des Imperativs: läit dä‘n Säk man fale! : lass den Sack nur fallen!

Äärm(en)skien, -e, die

1. amtliche Bescheinigung, dass man mittellos ist. 2. (bildlich) Armutszeugnis: dät is ‘n Äärmenskien, dät nit moor Seelter sik foar hiere Sproake iensätte: es ist ein Armutszeugnis, dass sich nicht mehr Saterfriesen für ihre Sprache einsetzen.

Ääskedoabe, -n, die

1. Aschegrube unter dem offenen Herd, die aus einem Loch oder einem viereckigen Behälter unter dem offenen Herd besteht. 2. Grube auf dem Hof, in die man die Herdasche wirft. 3. Müllgrube; Grube für die Bergung von Torfmull und anderem Abfall. 4. Sickergrube.

Ääskeloute, -n, ju

Ascheharke, mit der man die Asche oder die Glut aus dem Backofen holt.

äi

Nachsilbe, mit der man die Mitglieder einer Familie bezeichnet. Bei Familiennamen bezeichnet sie die Familienmitglieder und deren auffälligste Eigenschaften: ju Kroameräi kanne iek goud : die Familie Kramer und deren Eigenschaften kenne ich gut.

Aierkurich, -e, die

1. aus Weidenruten geflochtener Henkelkorb zum Einkaufen. 2. Weidenkorb, in dem man Eier trägt.

apbölkje

1. aufstoßen, rülpsen. 2. laut rufen, wenn man meint, ihm sei ein Unrecht widerfahren. [engl. belch]

Aphoangsel, -e, dät

1. Holzkonstruktion hinter der Tapete, an dem man den Spiegel oder Ähnliches aufhängt. 2. Kleiderhaken. 3. Schlaufe an der Innenseite des Mantelkragens, an der man den Mantel aufhängen kann.

Aphonger, -e, die

Bändchen oben an der Jacke, an dem man sie aufhängen kann.

apklopje

1. auftreiben: hie häd ‘‘n Houngst apklopped : er hat ein Pferd aufgetrieben. 2. wecken, indem man an die Tür klopft: jie mouten mie uum säks Úre apklopje : ihr müsst um sechs Uhr an die Tür klopfen und mich wecken. [britisches Engl: knock up]

apnamme

1. aufzählen, indem man die Betreffenden beim Namen nennt: du kuust do Ljudene apnamme, do dät noch wieten : du könntest die Leute beim Namen nennen, die das noch wissen.

apnieme

1. vom Boden zu sich heraufnehmen: wie nomen do Gläässplittere gau ap : wir nahmen die Glassplitter schnell auf. 2. (Gardinen, Damenkleid) aufnehmen, kürzen. 3. (Nebenfluss) aufnehmen, Raum gewähren: ju Leda nimt ju Äi ap : die Leda nimmt die SaterEms auf. 4. (+ sik) zum Sprung ansetzen: hie noom sik fon dä‘n Boolke ap un sproang gjucht wied : er setzte vom Balken aus zum Sprung an und sprang recht weit. 5. empfangen: do froamde Bäidene wuden fjuntelk apnumen : die fremden Kinder wurden freundlich empfangen. 6. aufnehmen: ju loange Päie nimt ju Kete ap : der lange Damenunterrock nimmt den Schmutz auf. 7. aufwischen, scheuern: iek mout ju Köäkene noch apnieme : ich muss die Küche noch scheuern. 8. aufschreiben, schriftlich festhalten: dät Infäntoor apnieme : das Inventar aufschreiben. 9. annehmen, akzeptieren: dät Fernsehen is gau apnumen wuden : das Fernsehen ist schnell angenommen worden. 10. fotografieren: iek häbe do Bäidene boalde älke Wiek apnumen, as jo litjet wieren : ich habe die Kinder fast jede Woche fotografiert, als sie klein waren. 11. auf etwas, womit man konfrontiert ist, reagieren: hie häd et goud apnumen : er wurde deswegen nicht böse. 12. sich mit jemandem messen können: 12.1 iek nieme et mäd him ap : ich trete gegen ihn an. 12.2 iek nieme et mäd die ap : ich fordere dich heraus. 13. leihen, borgen: iek häbe dät Jeeld apnumen : ich habe mir das Geld geliehen. 14. gewinnen: Säid apnieme : Saat gewinnen. 15. sich ansehen: iek häbe alles goud apnumen : ich habe mir alles gut angesehen. 16. aufstellen, aufsetzen: dät Eed wäch?dt apnumen : der Torf wird vom Boden aufgenommen und in ringförmige Haufen gesetzt.

apsjode

1. (Kräuter) abkochen, ausziehen: Baanniekele apsjode : Brennnesseln abkochen, ausziehen. 2. aufkochen, aufwallen: dät Woater sjudt ap : das Wasser kocht auf, wallt auf. 3. einem Gegenstand wieder Glanz und Form verleihen, indem man ihn gründlich aufarbeitet: ju sood dät oolde Skap so nauniemend ap, dät et boalde ‘näi lät : sie arbeitete den alten Schrank so gründlich auf, dass er fast wie neu aussah.

apwieze

1. sich melden, indem man die Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger hebt. 2. vorzeigen: hie häd niks aptouwiezen : er hat nichts vorzuzeigen.

Batterie , ju

Hinterteil. [frz. batterie in der Bedeutung „Stelle, auf die man schlägt.“]

Bichtpännich, -e, die

Beichtpfennig; Geldbetrag, den man nach der Beichte in den Opferstock wirft.

Bielde, -n, ju

1. Bild, Gemälde: 1.1 dät waas ‘n Wucht as ‘n Bielde!: das war ein bildhübsches Mädchen! 1.2 deer kon man sik neen Bielde fon moakje: man kann sich das gar nicht vorstellen. Foto: hie liet ‘‘n Bielde fon sik moakje : er ließ sich fotografieren. 3. Szene: in de twäide Bielde fon dä‘n läästen Bedrieuw : in der zweiten Szene des letzen Aktes.

Biesläiper, -e, die

Bettgenosse; jemand, mit dem man das Bett unter sittlichen Umständen teilt: min litje Bruur släpt heel rauelk; hie is ‘n gouden Biesläiper: mein kleiner Bruder schläft ganz ruhig; er ist ein guter Bettgenosse.

Bjuntbäizem, -e, die

Pfeifengrasbesen; der Feger, mit dem man die Asche zum Feuerrost, Feuergitter hinschiebt.

Boane, -n, ju

1. Bahn; Weg, den man sich durch unwegsames Gelände bahnt. 2. Umlaufbahn eines Himmelskörpers. 3. Eisenbahn: hie oarbaidet bee/ de Boane: er arbeitet bei der Eisenbahn. Such: wie teeuwden, bit ju Boane koom : wir warteten, bis der Such kam. 5. Stoffbahn; breiter Stoffstreifen; zugeschnittenes Teilstück eines Kleidungsstückes. 6. Eisoder Rodelbahn. 7. Bahn für Trabrennen. [mnl. bane]

Boaskäärdel, -e, die

Prachtmensch, Prachtkerl; feiner Mensch; jemand, an dem man besondere Freude hat.

Boltiezen, -e, dät

Bügeleisen, in das man glühende Bolzen einlegt. → Striekiezen

Boomsoage, -n, ju

1. Säge mit einem dünnen, kurzen Blatt, mit der man Äste von den Bäumen schneidet. 2. große Säge zum Aussägen von Brettern aus dem Baumstamm.